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| aus VISIER 5/2005 | Vier-Sechs |
Mit einer völlig neu entwickelten Pistole macht HK ihrem alten Ruf als innovationsfreudige Firma wieder alle Ehre und leitet vielleicht das Ende der 9 x 19 ein.
| Olympia 2004 | VISIER-Portrait: Sportpistole 25 m |
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Die zweite Pistolen-Disziplin für Frauen (neben der Luftpistole) bezieht ihren Reiz aus der Kombination von je 30 Präzisions- und 30 “Duell”-Schüssen. Dieser Name leitet sich aus der früheren Figurenscheibe ab, die im Laufe der Jahre immer mehr stilisiert wurde. Ende der 80er ersetzte man die damals nur noch rechteckige Ringscheibe durch eine Duell-Scheibe mit vergrößertem schwarzem und rundem Zentrum. Diese drehte sich für jeweils drei Sekunden zum Schuß den Schützen zu und wurde dann wieder für sieben Sekunden um ihre Längsachse weggeschwenkt (bot also nur die schmale Seite). Heute wird (wie bei allen olympischen Kugel-Disziplinen), elektronisch und direkt im Schuß ausgewertet, was die Drehanlagen überflüssig machte. Die Geschosse fliegen durch einen Rahmen, dessen schwarzes Zentrum (unerläßlich zum Zielen) eine dünne Gummischicht bildet. Beim Durchschlagen der Gummischicht entsteht ein Geräusch, das durch Mikrophone oben, unten, rechts und links vom Zentrum geortet werden kann. Durch den zeitlichen Unterschied, wann der Schall vom Mikrophon erfaßt wird, kann der Computer mit Hilfe der Formel der Schallgeschwindigkeit die Lage des Einschußlochs bis auf ein Hunderstel Millimeter genau berechnen und sofort anzeigen. Da die frühere Scheibendrehung wegfällt, zeigen rote und grüne Ampeln an, wann geschossen werden darf. Zu spät abgefeuerte Schüsse zeichnet die Elektronik nur als "Fehler" auf.
Waffen: Während die Ende der 1960er Jahre vorgestellte Walther GSP fast drei Jahrzehnte die Sportpistolen-Stände dominierte, hat heute die italienische Pardini SP diesen Platz übernommen. Das mag daran liegen, daß die KK-Sportpistole international nur in der Damenklasse geschossen wird – der frühere Vorteil der GSP, daß man auch ein Oberteil im Kaliber .32 S & W long für die ablaufgleichen Großkaliber-Wettkämpfe nehmen konnte, entfiel, weil diese Disziplin sowohl im Deutschen Schützenbund wie auch international nur für Herren angeboten wird. Die auch leichtere Pardini GP ist unkompliziert zu bedienen und nahezu störungsfrei – das wichtigste Kriterium für eine Sportpistole, weil Waffenstörungen immer zu schlechteren Resultaten führen, und sei es "nur" wegen der unterbrochenen Konzentration des Schützen. International sind neben der Pardini auch noch zahlreiche Exemplare der russischen Baikal IJ 35 oder der Feinwerkbau AW 93 vertreten, deren Rückstoßdämpfer auf einem russischen Patent beruht.
Kaliber: .22 l.r. Entfernung: 25 Meter Größe der Zehn: Präzision — 50 mm (Ringabstand 25 mm), Duell — 100 mm (Ringabstand 40 mm) Anschlag: stehend einhändig frei, beim Duell Start aus mindestens 45 Grad abgesenkter Handhaltung Ablauf Präzision: sechs Serien zu je fünf Schuß in jeweils sechs Minuten Ablauf Duell: sechs Serien zu je fünf Schuß, jeweils sieben Sekunden Pause, dann je drei Sekunden Schießzeit Ablauf Finale: zwei Fünfer-Serien im Duell-Rhythmus (7/3 Sekunden und mit Zehntel-Wertung) Maximale Ringzahl: 600 Ringe (plus 109,0 Ringe im Finale) Weltrekord: Diana Jorgova (BUL) 594 Ringe Final-Weltrekord: Luna Tao (China) 594 + 101,9 Final-Ringe Olympiasiegerin 2000: Maria Grozdeva (BUL) Deutsche Teilnehmer: Munkhbayar Dorjsuren (Moosach), Claudia Verdicchio (Freiburg) VISIER-Favoriten: Diana Jorgova (BUL), Munckbayar Dorjsuren (D) als amtierende Weltmeisterin
Zeitplan Athen: Mittwoch, 18. August 2004: 09:00-14:00 25 m Pistole Damen 15:15-15:55 Finale 25 m Pistole Damen 16:10-16:25 Siegerehrung 25 m Pistole Damen
Pardini-Sportpistole SP: Kaliber .22 l.r., 5-Schuß-Magazin, Maße laut Regelwerk (maximal) 300 x 150 x 50 mm, Abzugswiderstand mind. 1000 g, Höchstgewicht der ungeladenen Waffe mit Magazin und Zubehör 1400 g
| Olympia 2004 | VISIER-PORTRAIT Freie Pistole 50 m |
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Ragnar Skanaker (70) beim Worldcup in Mailand 2004, bei dem er 556 von 600 Ringen erzielte.
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Von Kennern als anspruchsvollste Pistolen-“Königin“ bezeichnet, gehörte die "FP" schon bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 dazu, damals noch im Großkaliber (30 Schuß auf 30 Meter und 20er Ringscheiben). 1900 in Paris wechselte man zu 50 Meter, geschossen wurde mit Großkaliber-Revolvern. Seit 1908 in London trat die KK-Patrone auch bei den einschüssigen Freien Pistolen ihren Siegeszug an. Der Schwierigkeitsgrad leitet sich daraus ab, daß auf die lange Distanz selbst kleinste Zielfehler das Geschoß weit vom Zentrum entfernt einschlagen lassen. Bei der FP geht alles langsam: Die Top-Modelle sind seit 20 oder gar 50 Jahren kaum verändert worden, der Weltrekord des Russen Alexander Melentjew hält auch schon mehr als 20 Jahre. Legendär ist der Schwede Ragnar Skanaker, der seine beispiellose Karriere 1972 mit dem Olympiasieg in München begann und nach mehr als 800 internationalen Titeln bis heute zu den weltbesten FP-Schützen zählt - mit immerhin 70 Lebensjahren (siehe Portrait).
Waffen: Die Freie Pistole wird (wie alle olympischen Pistolen-Disziplinen) mit der klassischen offenen Visierung geschossen, also eine Kimme mit meist rechteckigem Ausschnitt und ein damit korrespondieres Balkenkorn. Die Visierlinie wird möglichst lang gewählt (es gibt keine Vorgaben außer der Bewegungsfreiheit des Handgelenks und der Auslösung des Schusses mit der haltenden Hand), allerdings sieht man dann auch die Schwankungen deutlicher. Obwohl es in den letzten zwei Jahrzehnten viele Neuentwicklungen mit moderner Elektronik gab, gilt die bereits 1959 von Ephraim Chaidurow entwickelte russische TOZ 35 immer noch als die meistgeschossene FP der Welt – auf höchstem Niveau allerdings hat international das Modell CM 84 E des schweizerischen Herstellers Morini Competition Arm die Erbfolge angetreten: beim Worldcup in Mailand im Juni 2004 traten von den 62 FP-Schützen allein 32 mit einer Morini an, weitere 26 mit einer TOZ 35 (weitere zwei Schützen mit Hämmerli (162), eine Pardini K 50 und der amtierende Weltmeister Franck Dumoulin (FRA) mit einer russichen MC 55, die auch schon in den 60er Jahren entwickelt wurde.
Kaliber: .22 l.r. Entfernung: 50 Meter Größe der Zehn: 50 mm Ringabstand: 25 mm Anschlag: stehend einhändig frei Ablauf: 60 Schuß in 120 Minuten, unbegrenzte Probeschüsse, im Finale: 10 Schuß stehend in je 75 Sekunden mit Zehntelwertung Maximale Ringzahl: 600 Ringe (plus 109,0 Ringe im Finale) Weltrekord: Alexander Melentiew (URS) 581 Ringe (seit 1980!) Final-Weltrekord: William Demarest (USA) 577 + 99,2 Final-Ringe Olympiasieger 2000: Taniu Kiriakov (BUL) Deutsche Teilnehmer: Frank Seeger (Wolfsburg), Abdullah Ustaoglu (Riegel) VISIER-Favoriten: Martin Tenk (CZE), Zongliang Zang (China)
Zeitplan Athen:
Dienstag, 17. August 2004:
09:00-11:00 50 m Pistole Herren 12:15-12:55 Finale 50 m Pistole Herren 13:10-13:25 Siegerehrung 50 m Pistole Herren
Die Morini CM 84 E arbeitet mit einem Fallblockverschluß, obenliegendem Ladehebel (links) und einer im Griff verborgenen Abzugselektronik. Nur der Abzugsfinger, der den Strahl einer Lichtschranke unterbricht, kann den Schuß auslösen, was bisher unerreicht niedrige Abzugswiderstände von wenigen Gramm ermöglicht.
| Olympia 2004 | VISIER-Portrait: Olympische Schnellfeuerpistole 25 m |
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Ein starkes Trio: Doppel-Olympiasieger Ralf Schumann (links) und Marco Spangenberg, der amtierende Weltmeister, rahmen DSB-Bundestrainer Peter Kraneis ein. (siehe auch ganz unten: Kraneis-Interview zu den bevorstehenden Regeländerungen bei OSP |
Perfektionismus heißt die Devise in der exklusivsten Pistolen-Disziplin, die kurz und prägnant "OSP" abgekürzt wird. Denn bei der hohen Leistungsdichte unter den weltbesten Schützen kann ein Treffer außerhalb der Zehn schon den Sieg kosten. Die Ringzahlen nahe am Maximum spiegeln kaum die nervliche Anspannung wieder, die Schützen wie Zuschauer besonders in der schnellen Vier-Sekunden-Serie erfaßt. Früher konnte jeder Sportler die nächste Serie individuell durch sein Kommando starten lassen. Seit alle Schützen eines Durchgangs gemeinsam auf das Kommando "3 - 2 - 1 - Start!" des Schießleiters in die 45 Grad abgesenkte "Fertig"-Armhaltung gehen, wird der Vorbereitungsrhythmus von außen aufgezwungen. Dann hilft nur noch die Konzentration auf den eigenen Bewegungsablauf, ohne sich durch die Salven der Nachbarn ablenken zu lassen. Durch die Verschmutzung der Waffe kaum zu vermeidende Störungen und Wiederholungen erhöhen den Nervenkitzel zusätzlich. Der komplette Bewegungsablauf der Schützen ist automatisiert und fast schon rituell, um ja keine Unregelmäßigkeit einschleichen zu lassen. Das geht vom sorgfältigen Hineinzwängen in den Handschuh-Maßgriff bis hin zum imaginären sechsten Schuß neben der letzten Scheibe, um nicht vorzeitig (innerlich) abzusetzen und einen Tiefschuß auf Scheibe 5 zu riskieren. Rechtsschützen beginnen übrigens stets auf der rechten der fünf Scheiben und wandern nach links, Linksschützen umgekehrt von links nach rechts – so verdeckt die Schießhand die anderen Scheiben nicht, was zur Orientierung der korrekten Anhalte-Höhe wichtig ist.
Die früheren Fünfer-Drehanlagen wurden durch moderne Elektronik-Ziele mit Ampel-Schaltung ersetzt (zur Funktionsweise siehe Sportpistole. Nach Olympia 2004 wird das Kaliber auf .22 l.r. umgestellt, und spezielle Handschuhgriffe sowie Gasentlastungsbohrungen werden untersagt, um die Leistungen wieder auseinanderzuziehen.
Waffen: Während die schon 1961 vorgestellte Walther OSP jahrzehntelang von allen Top-Schützen (außer den Ostblock-Startern) benutzt wurde, hat seit Beginn der 90er Jahre das Pardini-Modell GP "Schumann" unangefochten Platz 1 inne. Das mag daran liegen, daß der weltbeste Schütze Ralf Schumann (wie sein Formel-1-Namensvetter Michael) nach dem Olympiasieg 1992 und einem Weltmeistertitel das Fabrikat wechselte und bei den Italienern mit in die Konstruktion einstieg. Die aktuelle Version Pardini GPE Schumann besitzt einen elektronischen Abzug (Link zur Pardini-Website). Neben der Pardini und der Walther OSP (aktuelle Version: OSP 2000) sind auch noch vereinzelte Modelle von Baikal (IJ 34) sowie Unique zu sehen.
Kaliber: .22 kurz Entfernung: 25 Meter (fünf Scheiben nebeneinander pro Schütze im Abstand von 75 cm zwischen den Scheiben-Längsachsen) Größe der Zehn: 100 mm Ringabstand: 40 mm Anschlag: stehend einhändig frei Ablauf: zwei identische Halbprogramme zu 30 Schuß in der Qualifikation, Beginn der 2. Hälfte erst, nachdem alle Teil 1 absolviert haben — jeweils zwei Fünf-Schuß-Serien in 8, 6 und 4 Sekunden. Im Finale nochmals zwei Fünfer-Serien in je 4 Sekunden (Zehntel- Wertung) Maximale Ringzahl: 600 Ringe (plus 109,0 Final-Ringe) Weltrekord: Ralf Schumann (Stockheim) 597 Ringe Final-Weltrekord: Ralf Schumann (Stockheim) 596 + 103,7 Final-Ringe Olympiasieger 2000: Serguei Alifirenko (RUS) Deutsche Teilnehmer und VISIER-Favoriten: Ralf Schumann (Stockheim) und Marco Spangenberg (Niederwallmenach) Zeitplan in Athen: Samstag, 21. August 2004: 09:00-13:30 25 m OSP Herren 14:30-14:55 Finale 25 m OSP Herren 15:10-15:25 Siegerehrung 25 m OSP Herren
GPE SCHUMANN Electronic: Der Verschluss ist ein zentrischer Bolzen aus Leichtmetall. Die Pistole hat ein herausnehmbares 5-Schuss-Magazin. Der Abzug und die Visierlinie sind verstellbar und austauschbar. Der neue elektronische Abzug ist mit einer Antischock-Ummantelung entworfen worden, um die inneren Teile zu schützen.Mit diesem neuen System ist eine größere Sicherheit und perfektere Arbeitsweise des Abzugsmechanismuss gewährleistet.Abzugsgewicht von 50 gramm bis 150 gramm einstellbar. Die GPE ist mit einem multifunktionalen Gegengewicht ausgestattet (Rückstoßdämpfung), die Griffe sind aus Nussbaumholz gefertigt. Eine Weiterentwicklung des "alten" GPS-Modells, mit dem viele Erfolge wie die Goldmedaille bei den Olympischen spielen in Atlanta 1996 als auch die Silber- und Bronzemedaille in Sydney 2000 errungen wurden. Interview mit Pistolen-Bundestrainer Peter Kraneis
(Link zur Website des Deutschen Schützenbundes)
| Olympia 2004 | VISIER-Portrait: LUFTPISTOLE 10 m |
Erst 1969 als Wettkampfwaffe eingeführt, seit 1988 olympisch. Ablauf, Zeiten und maximale Ringzahlen wie beim Luftgewehr: Im Hauptwettkampf zählen nur ganze Ringe. Anschließend im Finale hat jeder der acht Finalisten pro Schuß 75 Sekunden Zeit, die erzielten Ringe werden in Zehntel-Ringe unterteilt (Start und Stop werden für alle parallel angesagt). Eine Zehn im unmittelbaren Zentrum zählt 10,9 Ringe, eine nur sichtbar berührte gibt 10,0. Die Resultate aus Hauptwettkampf und Finale werden addiert. Bei Ringgleichheit erfolgt ein Stechen, bei dem der erste bessere Schuß entscheidet.
Waffen: Seit einigen Jahren werden in Wettkämpfen fast ausschließlich Preßluftpistolen eingesetzt, die die davor liegende Generation der CO2-Pistolen verdrängt hat. Heutige Modelle haben verstellbare Griffwinkel, Entlastungsbohrungen und "Kompensatoren", um die Luft hinter dem Geschoß sanft abzuleiten. Die meisten Hersteller verwenden zudem ein mechanisches oder auch durch abgezapfte Preßluft gesteuertes Dämperelement, das den (ohnehin winzigen) Rückstoß des nur 0,5 Gramm schweren Diabolos auch noch ausschaltet. Meistverwendete Modelle: Steyr LP 10, Feinwerkbau P 34/P 40, Walther LP 300, Morini CM 162 E u.a.
Größe der Zehn: 11,5 mm Ringabstand: 8 mm Weltrekord: 393 Ringe Svetlana Smirnova (RUS), 593 Ringe Sergei Pyzhianov (RUS seit 1989!) Final-Weltrekord: 390 + 103, 5 Ringe Jie Ren (China), 593 + 102,1 Sergei Pyzhianov (RUS) Olympiasieger 2000: Luna Tao (China), Franck Dumoulin (FRA) Deutsche Teilnehmer: Munkhbayar Dorjsuren (Moosach), Claudia Verdicchio (Freiburg), Artur Gevorgian (Bassum), Frank Seeger (Wolfsburg), Abdullah Ustaoglu (Riegel) VISIER-Favoriten: Gundegmaa Otryad (Mongolei), Michail Nestruiev (RUS)
Zeitplan: Samstag, 14. August 2004 12:00-13:45 10 m Luftpistole Herren 14:45-15:25 Finale 10 m Luftpistole Herren 15:40-15:55 Siegerehrung 10 m Luftpistole Herren
Sonntag, 15. August 2004 09:00-10:15 10 m Luftpistole Damen 11:30-12:10 Finale 10 m Luftpistole Damen 12:25-12:40 Siegerehrung 10m Luftpistole Damen
Munkhbayar Dorjsuren (D) (Portrait auf der DSB-Website)
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