
| IWA 2005 Tag 3 | Der Op-Tick |
Die IWA heißt zwar bandwurmmäßig ausgesprochen „Internationale Fachausstellung für Jagd- und Sportwaffen, Outdoor und Zubehör“ – aber der Bereich Optik hätte mittlerweile eine gesonderte Erwähnung verdient.
|
|
Der Leupold "Boresighter" erleicht die Vorjustage von Zielfernrohren auf elegante Weise. |
In der Auflistung der Aussteller nehmen die Firmen mit Optikteilen im weitesten Sinne im Angebot immerhin 20 Katalogseiten ein, mit je einer Zeile pro Firma. Vom klassischen Zielfernrohr über Ferngläser, Leuchtpunkt- und Nachtzielgeräte bis zu Montagen, Einschießvorrichtungen und Brillen in Jagd-Cammo reicht die Bandbreite – einfach gigantisch. Und überfordernd: für jedes Preissegment gibt es -zig konkurrierende Anbieter aus aller Herren Länder, die (sofern noch ohne Bekanntheitsgrad in der Branche) über den Preis, die inviduell möglichen Sonderwünsche oder skurrile Modelle punkten und vor allem Abnehmer finden wollen.
Die großen, renommierten Hersteller wie Zeiss, Swarovski, Leupold oder Schmidt + Bender versuchen, durch gesonderte Veranstaltungen zunächst die Pressevertreter zu überzeugen und somit die Informationen an den Endkunden auf die Medien zu verlagern. So sind auch die Abende verplant, und natürlich kann man Nachtsichtgeräte an Polizei- und Behördenvertreter am Abend bei einem Glas Rotwein viel besser vorführen. Wenn dann, wie heute Mittag beim traditionellen Leupold-Meeting im großen Saal der Messehallen, die Infos mit einem anschließenden Lunch verbunden werden, ist auch der letzte Platz im Forum besetzt. Liebe geht halt durch den Magen. Die Techniker werfen mit beeindruckenden optischen Daten um sich, die sich erst in der Praxis bewähren müssen. Insofern scharren die meisten Fachjournalisten schon mit den Hufen, wenn der Liefertermin genannt wird. Denn erst dann kann man die neuen Spektive, Zielfernrohre und die praktischen kleinen (und oft übersehenen) Hilfsmittel in der Praxis testen.
Etwa eine kleine, um 70 Euro teure Justierhilfe zur ZF-Montage (bei Leupold), die mit Hilfe eines Magneten an der Mündung die bisherigen Kollimatordorne ersetzt und Einschießmunition und Zeit sparen hilft. Leuchtpunkte in verschiedenen Stärken, kleinste Dot-Visiere für Kurzwaffen und natürlich die speziellen Sondermodelle für den immer stärker vertretenen Behördenbereich – hier kann oft nur das sorgfältige Studium der technischen daten und Prospekte daheim die Vorauswahl erleichtern. Und schließlich: nicht alles, was toll ist (oder zu sein scheint) kommt überhaupt oder in absehbarer Zeit auf den deutschen Markt: viele Aussteller suchen noch Vertriebsfirmen und müssten dazu erst bewährte Geschäftsbeziehungen aufbrechen, um erfolgreich zu sein. Daß man auf Anhieb nicht durchblickt, welcher der unzähligen asiatischen Anbieter hinter einem neuen Firmennamen steckt und ob die zugesicherte Qualität auch dann stimmt, wenn ein Teil der Lieferung aus China, ein anderer von den Philippinen kommt, macht den Groß- wie Einzelhändlern den Job besonders schwer.
Die wahren IWA-Highlights, das zeigte sich auch diesmal wieder, sind eben nicht die großen neuen Modelle, sondern die vielen kleinen Detaillösungen – und meist schlägt man sich dann beim Funktionstest mit der Hand vor die Stirn: „Mensch, warum bin ich nicht selbst auf diese Idee gekommen...“ Die eine oder andere davon wird in den nächsten Tagen sicher bei VISIER-Online und im gedruckten Heft vorgestellt. Es wäre einfach unfair, jetzt eins exemplarisch zu präsentieren, wenn die anderen ebenso gut sind...
In diesem Sinne wünscht Ihnen das nach drei Messetagen leicht gestresste VISIER-Team noch einen geruhsamen Sonntag – vielleicht sehen wir uns ja morgen am „Consumer Monday“? VISIER und caliber sind in Halle 4 am Stand 338 zu finden. Ulrich Eichstädt
Diese Alu-ZF-Deckel schließen Leupold-Zielfernrohre (ab Baujahr 2004) sicher ab - und sie klappen im Unterschied zu den bisher üblichen aus Kunststoff komplett um 270 Grad nach hinten, so daß sie dann flach auf dem ZF-Tubus aufliegen und nicht stören.
|
 |

|