
| 5. Februar 2006 | Elsen und Waldenburg sind die Deutschen Meister 2006 |
Mit einer faustdicken Überraschung endete das Bundesliga-Finale Luftgewehr und Luftpistole in Waldkraiburg.
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Mit einer Sechs gestartet: Roberto di Donna (rechts) verlor gegen Leo Braun |
Während der Vorjahressieger mit der Luftpistole, die Schützengilde Waldenburg, den Titel behalten darf, mußte der als Favorit gehandelte BSV Buer-Bülse die mitgebrachte Trophäe abgeben, und das auch noch an einen westfälischen Konkurrenten: mit 3:2 Punkten im Finale konnte sich Hubertus Elsen, das Überraschungsteam aus dem Paderborner Vorort, den diesjährigen Meistertitel sichern. Elsens Trainer (und VISIER-Autor) Heinz Reinkemeier: "Das Entscheidende war heute das Glück. Es standen sich zwei Mannschaften gegenüber, die miteinander arbeiten, die sich gut kennen und auch die Schützen trainieren häufig gemeinsam. Unsere Mannschaft befindet sich zur Zeit in einem Aufwärtstrend, den sie während des Turniers durchziehen konnte und das gab heute vielleicht den Ausschlag." Natürlich gehörte für die Hubertus-Jünger auch eine große Portion Können dazu, Weltklasseschützen wie etwa Josef Gönzi oder Torsten Krebs zu schlagen. Gönzi wurde von dem Italiener Marco De Nicolo nach Gleichstand 395:395 im Stechschuß bezwungen, Krebs verlor mit einem Zähler (390:391) gegen Eva Schmitz. Nach der früher üblichen Zählweise, auch bei Mannschaften nur die Ringe zu addieren, wären beide Teams mit 1959 Ringen übrigens gleichauf gewesen – das ist ein Durchschnitt von 391,8 Ringen bei fünf Schützen pro Team. Dritter mit dem Luftgewehr wurde die HSG München, die Germania Prittlbach mit 4:1 besiegte.
Die Plätze auf dem Treppchen bei den LP-Schützen machten die Vereine aus der Südgruppe unter sich aus. Schon gestern im Viertelfinale waren alle vier Nord-Vereine auf der Strecke geblieben. Platz 3 ging in der mittlerweile neunten Bundesliga-Saison an die SG Ulrichshögl, während im Finale der SV Kelheim-Gmünd gegen Waldenburg mit 3:2 unterlag. Kelheims Top-Schütze, der Ex-Olympiasieger Roberto di Donna aus Italien, begann sein Finale gleich mit einer Sechs (wogegen also auch Weltklasseschützen nicht gefeit sind) und konnte die verlorenen Ringe gegen Leo Braun trotz dramatischer Aufholjagd nicht gutmachen (380:383 Ringe).
Weltweit gilt die deutsche Schützen-Bundesliga inzwischen als härteste Wettkampf-Serie für die 10-Meter-Schützen, selbst in der zweiten, der Regionalliga finden sich zahlreiche illustre Namen. Fast jeder Club hat einen oder mehrere ausländische Top-Schützen in seinen Reihen (siehe Liste der ausländischen Schützen der Bundes- und Regionalliga 2005/2006). Die Weltstars aus den USA, Rußland oder anderen europäischen Ländern kommen gern, weil die Wintersaison die ideale Vorbereitung auf die Europameisterschaften im Frühjahr sind. Andererseits gibt es auch Vereine, die den jahrelangen kostenintensiven Bundesliga-Betrieb nicht mehr mitmachen wollen. So meldete der zweifache Luftpistolen-Meister VSS Haltern/Westfalen sein Team für die nächste Saison ab: Ausnahmeschütze Franck Dumoulin, der Olympiasieger von Sydney 2000 und in der Bundesliga bisher ungeschlagen, hatte erklärt, dass er im Mai Vater wird und nur noch bedingt zur Verfügung stehen könnte. Michael Peirick wird ab dem Herbst für einen Verein der Bundesliga Gruppe Süd starten und Michael Sunder wird sich ganz vom Leistungssport zurückziehen.
Der Verlauf der Final-Kämpfe (Links zur DSB-Website)
Viertelfinale, Halbfinale, Finale mit dem Luftgewehr
Viertelfinale, Halbfinale, Finale mit der Luftpistole
In der Sporthalle des Gymnasiums in Waldkraiburg (Bayern) kämpften die besten Teams der Bundesliga um den Titel "Deutscher Mannschaftsmeister". Der Gastgeber schaute nur zu, er war in der laufenden Saison dem Abstieg nur knapp entronnen.
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