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16. Juni 2005

25 Jahre Damastmesser ...

... das feiert man bei Böker in Solingen

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Ernst-Wilhelm Felix-Dalichow (links) ist der Chef des Solinger Messerherstellers Heinrich Böker Baumwerk — hier seine Erinnerungen, wie vor 25 Jahren das erste Damastmesser seines Hauses entstand:

"Messersammeln ist für viele eine Leidenschaft und für andere kann es dies noch werden. Seit 1974 - damals begann meine Tätigkeit für BÖKER - wurde ich bei Reisen in die USA zu regionalen Knife Collector’s Clubs zu Vorträgen eingeladen, um mehr über die Firma, den Hintergrund des Baumes als unser Warenzeichen und aktuelles zu erfahren.

Man trifft sich monatlich, veranstaltet Messerbörsen, gibt eine Zeitung heraus und ist in einem nationalen Dachverband organisiert. Messersammeln in Deutschland? Warum nicht! Es war klar, daß man einen erhöhten Anreiz schaffen muß, um dem es Interessenten schmackhaft zu machen, genau dieses bestimmte Messer zu erwerben. Nur zu sagen "Limitierte Auflage" oder "Sonderätzung" ist zu dünn.

Ein groß aufgemachter Zeitungsartikel über einen Kunstschmied, Manfred Sachse aus Rheydt, der sich als Autodidakt mit der Kunst des Damastschmiedens auseinandersetzte, sie also wiederentdeckt hat, brachte mich spontan auf eine Idee. Was für Schwerter und Prunkdolche gilt, läßt sich auch auf die kleineren Dimensionen eines normalen feststehenden oder Klappmessers übertragen.

Bei Sachse rannte ich mit meiner Idee erwartungsgemäß offene Türen ein. Damals fertigten wir für die Firma Browning Arms aus den USA Taschenmesser, u. a. das Modell Nr. 3218, Böker’s erstes Lock-Back [also Klappmesser mit im Klingenrücken untergebrachtem Verschluß — d. Red.] moderner Prägung. Bei Browning einen Auftrag über 500 dieser Messer mit Sachse’s Damastklinge, als limitierte Auflage, zu platzieren, war so ziemlich die leichteste Aufgabe, die sich mir damals als Verkäufer stellte.

Das machte Mut, über den historisch hoch interessanten Damast-Stahl, dem noch sehr konservativen Messermarkt, die Idee einer Sammlerserie "zuzumuten".

Zwangsläufig wählten wir das Modell Nr. 615 aus, weil es das einzige einklingige und feststellbare Messer seinerzeit war, das BÖKER unter eigener Marke baute. Um neben der Damastklinge ein ebenbürtiges, attraktives Griffmaterial anbieten zu können, wagten wir uns an das damals noch erlaubte, echte Elfenbein heran.

Bei der Verarbeitung von 300 Lagen Damast und Elfenbein fühlten sich unsere noch sehr handwerklich orientierte Meister herausgefordert und haben mit Behutsamkeit und Begeisterung in ihren Abteilungen dazu beigetragen, daß wir 1980 mit einer Auflage von 300 Stück das Abenteuer "Messersammeln in Deutschland" wagten.

Der Erfolg war verblüffend. Diese 300 Messer waren wiederum schneller verkauft, als wir und vor allem Herr Sachse fertigen konnten. Dem Händler haben wir garantiert, daß er im nächsten Jahr dieselbe Sammlernummer wieder bekommt, falls er dieses Messer ordert. Noch heute haben wir aus den Anfangsjahren viele hundert so genannter "Daueraufträge".

1981 steigerten wir die Auflage auf 500 Messer, 1982 auf 600 Messer und seit 1985 fertigen wir Jahr für Jahr 999 Messer. Ein Blick zurück auf die 25 Jahresmesser zeigt, welche Vielfalt an Modellen, Klingendesigns, Damastarten, Griffmaterialien und auch Warenpräsentationen entwickelt, konstruiert und gefertigt wurden. Manfred Sachse steigerte sich vom Wilden Damast zum Band-Damast weiter zum stark Nickel- und Wolframhaltigen Damast mit gezielten Mustern wie z.B. der "kleinen Rose".Wir bei BÖKER entwickelten immer wieder neue Modelle, ausgestattet mit neuen, ausgesuchten Griffmaterialen.

Wir sind schon ein bißchen stolz, als erste in der Messerfertigung nicht nur Messer mit Damastklingen auf den Markt gebracht zu haben. Zudem waren wir auch bei den heute gängigen Griffmaterialien wie Thuya- und Ambionaholz sowie Knochen, die Nummer eins.

Dies ist Anspruch an uns selbst und Herausforderung zugleich, den stetig wachsenden Anforderungen des Messermarkts gerecht zu werden. Insofern zwingt uns das Ziel eines erfolgreichen Jahresmessers immer wieder zu Innovationen in Design und Technik.Das Jahresmesser 2005 bietet zum Beispiel erstmalig neben der Klinge aus 320 Lagen Damast, aus der Schmiede von Markus Balbach, einen Backen aus gesintertem, rostfreien Damast.

Das Jubiläumsmesser zum 25. Geburtstag der BÖKER Damast-Jahresmesser, schlägt nun eine Brücke von den Anfängen 1980 bis heute, wieder mit einer Neuheit. Zusammen mit Markus Balbach, der uns seit einigen Jahren mit seiner herausragenden Schmiedekunst exklusiv beliefert, haben wir erstmalig eine Klinge aus echtem Meteoriten Damast entwickelt. Balbach verarbeitet Gibeon-Meteorit aus Namibia, und schmiedet ihn zu über 300 Lagen Damaststahl. Mit dem Grundmodell Nr. 615 verwenden wir den gleichen Messertypen wie vor 25 Jahren, mit dem markanten Lock-Back Verschluß. Zum Jubiläum allerdings ausgestattet mit dem beliebtesten Schalenmaterial bei BÖKER überhaupt: Amboina Holz.Und die Zahl der streng limitierten Auflage des BÖKER Damast-Jubiläumsmessers beläuft sich weltweit auf 500 Stück."

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Schon vor mehreren Jahrzehnten war er ein Pionier der Schmiedekunst: Halb verborgen hinter einigen seiner Damastklingen stellte sich Manfred Sachse einst dem Fotografen.


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