
| 25. Mai 2005 | Ab Juni: Neue Ausstellung im Deutschen Klingenmuseum |
Mal was anderes als Stahl: Bronzezeitliche Dolche aus Luristan, Tausende von Jahren alt.
Wer sich an Homers unsterbliche Helden Achilleus, Hektor oder Odysseus erinnert und etwas rechnen kann, der weiß auch, dass die Danaer und Trojaner beim Kampf um die Stadt Troja nicht mit Schwertern aus Eisen, sondern solchen aus Bronze gefochten haben müssen – also aus jenem Material, das aus Kupfer und Zinn legiert wird und das eine erste große Blüte in jener Region erreichte, welche die Geographen als „Luristan“ kennen.
Diese ehedem persische Bergregion im heutigen Iran brachte vor gut 3000 Jahren zumeist per Bronzegusstechnik eine große Fülle an Alltags- und Schmuckgegenständen wie an Waffen hervor. Unter den letztgenannten genießen die Kurzschwerter und Dolche eine besondere Bedeutung. Und die weltweit wohl größte, öffentlich gezeigte Sammlung an Luristan-Dolchen liegt in Deutschland – genauer: im Deutschen Klingenmuseum zu Solingen.
Und diese einzigartige Kollektion kann man ab dem 4. Juni in einer eigenen Ausstellung besuchen. Dazu war eine langjährige Vorbereitung des Solinger Museumsteams um Dr. Barbara Grotkamp-Schepers und Martina Seifert vonnöten. Dazu die Pressemitteilung: "Alle Dolche des Bestandes im Klingenmuseum stammen aus dem Kunsthandel und wurden bis auf wenige, später hinzugekommene Stücke in den 1950er und 1960er Jahren erworben, Diese Art des Erwerbs ist die Ursache für die schwierige geographische und zeitliche Einordnung der Dolche. Es fehlen dokumentierte Angaben über Fundort und Fundzusammenstellung, sodass die hier vorgelegte Charakterisierung der Stücke im Wesentlichen auf Vergleichen mit anderen dokumentierten Bronzefunden beruht."
Die Solinger Ausstellung trägt den Titel: “Luristan – Bronzekunst aus dem antiken Persien“. Sie beginnt am 4. Juni und dauert bis zum 28. August. Und für die Ausstellung gelang dem Museumsteam ein echter Coup. Denn in den Vitrinen liegen nun nicht nur die hauseigenen Stücke, sondern auch leihweise gezeigte Muster aus diversen Privatsammlungen (einmal Großbritannien, einmal Deutschland) und aus der in Düsseldorf ansässigen Stiftung museum kunst palast.
Insgesamt umfasst die Ausstellung 150 Objekte aus Luristan und Nordwest-Iran – eine in der Form sicher einmalige Angelegenheit.
Und natürlich gibt es dazu auch einen Katalog: Martina Seifert – Blankwaffen der Bronzezeit. Bestandskatalog der Luristan-Dolche im Deutschen Klingenmuseum, hg. Von Barbara Grotkamp-Schepers. 60 Seiten mit vielen Farbabbildungen, 12 Euro an der Museumskasse.
Informationen: Deutsches Klingenmuseum Solingen (DKM), Klosterhof 4, 42653 Solingen-Gräfrath, Tel. (0212) 2 58 36-0, Fax –30, Internet: www.klingenmuseum.de
(Das DKM ist zu erreichen über die Autobahn A 46 DüsseldorfWuppertal, Abfahrt Haan-Ost, dann Richtung Solingen-Gräfrath fahren. Im Stadteil Gräfrath ist der Weg zum Museum ausgeschildert.)
|
 |

|