
| aus VISIER 2/2005 | VISIER-Spiele-Test: "ROME: TOTAL WAR" |
Auf den ersten Blick mag "Rome: Total War" wie ein weiterer Strategietitel mit geschichtlichem Hintergrund aussehen, der um die Gunst der Käufer buhlt.
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Ein Test von Philip Rogmann-Proietti
Doch dieses Spiel ist sehr viel mehr und offenbart seine Größe denjenigen, die sich die Zeit nehmen, das gesamte System zu erforschen. Wir nahmen uns deshalb die Zeit, unsere Armeen zu sammeln und den Senat zufrieden zu stellen.
Was zuerst ins Auge sticht, ist die neu entwickelte Grafikengine, die in der Lage ist ca. 10000 Einheiten gleichzeitig darzustellen. Eine Zahl, die man vor einiger Zeit nicht für möglich gehalten hätte. Die Einheiten sind dabei unglaublich detailliert und geschichtlich recherchiert, dass man oftmals vergisst, dass man die Truppen zusammenhalten muss und der Oberkommandierende ist. Durch die Detailtreue ist das BBC auf den Titel gestoßen und nutzt die Grafik für die Nachstellung historischer Schlachten, in Echtzeit wohlgemerkt. Das zeigt deutlich, wie gut gearbeitet wurde. Seien es die Einheiten von Kampfhunden, die stolz marschierenden Truppen oder der Kampf um eine Stadtmauer: all dies zusammen lässt Rome: Total War glänzen.
Ebenso gelungen ist die musikalische und akustische Untermalung des Kampfgeschehens. Wenn die Truppen sich bereitmachen, eine Stadt zu nehmen und die Trompeten erklingen um dann in das Klirren von Schwertern überzugehen, wird das Zusammenspiel von Optik und Akustik klar deutlich.
Rome: Total War bietet dem Spieler die Möglichkeit, sich vor vier Parteien als großer Feldherr zu beweisen: den eigenen Truppen, deren Moral es zu verbessern gilt, den Bewohnern der Städte und Außenposten, die man erbaut oder erobert, der Familie, bei der der Spieler durch kluges Verheiraten und Ausbreiten des Stammbaums an Einfluss gewinnt und dem Senat, welcher darüber entscheidet, ob die Feldzüge weitergehen und die Karriere bestimmt. All diese Aspekte gilt es zu berücktsichtigen, da ein großes Heer nicht unbedingt den Sieg bescherrt. Dazu kommt das diplomatische System, das einen großen Stellenwert einnimmt. So kann man Verbündete gewinnen durch Bestechung, Hilfe oder Verheiratung der eigenen Töchter. Oder man entscheidet sich dafür, mit eiserner Faust jede Opposition zu unterbinden. Doch hier sollte man vorsichtig sein: die gegnerischen Parteien verbünden sich ebenfalls und stürzen den Spieler gemeinsam. Ein Abwägen der Möglichkeiten ist also geboten.
Wer nun denkt, dass diese Vielfalt an Möglichkeiten schwer bedienbar sein muss irrt. Am Anfang steht eine Einführungskampagne, die den Spieler Schritt für Schritt an die Möglichkeiten des Spiels heranführt. Dabei stehen einem militärische Berater bei, die einfache und später komplexere Taktiken erklären. Durch das sehr durchdachte System, seine Truppen zu steuern (einfaches anklicken und einige Tastenkombinationen), verliert man nach der Einführungskampagne nicht mehr die Nerven. Was enttäuschend ist, ist dass alle Kämpfe auf dem Wasser durch den Computer übernommen werden. Es wäre schön gewesen, diesen Teil ebenfalls in voller Pracht zu erleben. Um es nochmals deutlich zu machen: es ist nicht damit getan, Krieg zu führen. Jede Stadt, die aufgebaut oder erobert wird, muss überwacht werden, die Truppen müssen bei Laune gehalten werden und bei ausbleibenden Erfolgen wird der Senat nicht begeistert sein und den Feldherrn hinrichten lassen. Der Computer kommt dem Spieler wiederum zu Hilfe beim Management der Städte. Einfache Regeln müssen aufgebaut werden und der automatische Gouverneur kümmert sich um den Rest.
Ein geübter Spieler wird für jede römische Kampagne etwa 18-22 Stunden brauchen, was reine Spielzeit ist, ohne sich in das Spiel zu vertiefen. Da sich immer kleine Details finden lassen, wird man sich noch viel länger damit beschäftigen.
Dazu kommt, dass man gegeneinander per Internet antreten kann und auch hier die gesamte – in der Zeit bekannte - Welt beherrschen kann. Das sorgt nochmals für lange Stunden voller Spielspaß. Activision hat ebenfalls angekündigt, neue Elemente kostenlos über das Internet zu Verfügung zu stellen.
Fazit: Rome:Total War ist ein Muss für jeden historisch interessierten Strategen. Selbst wenn nur die Grafik eine Rolle spielen würde, wäre dieser Titel den Preis wert. Doch Rome: Total War verbindet auf geniale Weise Strategie, Action, Diplomatie und Historie und ist in dieser Form zurzeit konkurrenzlos. Unbedingt anschauen! Es lohnt sich.
Systemvoraussetzungen: Prozessor: mindestens 1,5 GHz Hauptspeicher: ab 256 MB Betriebssystem: Windows 98/Me/2000/XP mit DirectX 9.0b Grafikkarte: DirectX 9.0 kompatibel, mind. 64 MB Speicher Soundkarte: DirectX 9.0 kompatibel Weiterhin benötigt: CD-ROM-Laufwerk (mind. 8fache Geschwindigkeit), Netzwerkkarte (für Mehrspielermodus)
(RTW-Website bei ACTIVISION)
(Spiele-Links können sich leider unangekündigt ändern, wir bitten um Beachtung)
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