
| aus VISIER 9/2004 | VISIER-Spiele-Test: "D-Day" |
PC-Spiele, die sich mit dem Zweiten Weltkrieg und dem sogenannten D-Day beschäftigen (siehe VISIER-Ausgabe 6/04), gibt es viele. Aber wenige hegen den Anspruch, nicht nur in gröberen Zügen, sondern auch in kleineren Details geschichtsgetreu zu sein.
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”D-Day” von der Firma Brigades geht einen anderen Weg: besonders die Nähe zur wahren Geschichte wird in den Vordergrund gestellt. VISIER-Autor Philip Rogmann-Proietti hat das Echtzeitstrategiespiel getestet.
D-Day ist das offizielle Spiel zum 60. Jahrestag der Befreiung Frankreichs und als solches in direkter Zusammenarbeit mit der Vereinigung „Normandie Mémoire“ entwickelt worden. So wurde auf Geschichtsarchive, Berichte von Soldaten und Befehle zurückgegriffen, um jede Mission, die der Spieler lösen muss, genau an die Ereignisse im Jahr 1944 anzupassen. Zu den wichtigsten Missionen der dreimonatigen Befreiungsphase (etwa ”Operation Overlord”) findet der Spieler historisch korrekte Informationen, Archivaufnahmen und eine Übersicht, was zu dieser Mission geführt hat.
Dazu kommt eine Übersicht über alle Waffen und Fahrzeuge, die in D-Day integriert worden sind samt ihrer technischen Daten, Wirkungszonen, Besatzung und Einsatzgebiete. Veteranen erzählen in Video-Interviews, wie bestimmte Abschnitte abgelaufen sind. All dies zusammen, lässt das Herz des interessierten Spielers höher schlagen.
Die Herstellerfirma Brigades geht bei dem Aufbau der Missionen aber oftmals noch einen Schritt weiter: Waffenwirkung, Deckung und Wirkungsbereiche sind für alle Einheiten realistisch nachgebildet. Dies kann im schlimmsten Fall dazu führen, daß ein Frontalangriff eines Trupps Fallschirmjägers von einem einzelnen MG-42-Nest aufgerieben wird, realistisch und korrekt. Natürlich wurden alle neuen Techniken im Bereich Grafik und Audio umgesetzt, die heutzutage zum guten Ton bei Echtzeitstrategiespielen gehören. Eine rotierende und zoombare Kamera hilft dem Spieler, den Überblick über seine virtuellen Truppen und Fahrzeuge sowie über Feind-bewegungen zu behalten. Sollten Truppenteile ausfallen, wird der Sichtbereich verkleinert, was strategische Platzierung der Truppen notwendig macht. Diese spezielle Art der Begrenzung des Sichtbereichs erstreckt sich nur darauf, wie weit entfernt man gegnerische Einheiten erkennen kann; die gesamte Landschaft ist zu jeder Zeit erkennbar (ähnlich einer Landkarte). Einheiten beider Seiten wurden liebevoll animiert und mit historisch korrekten Parametern versehen. Dazu kommt, daß man die Stärke eines Fahrzeugs oder eines Panzers erst vollständig nutzen kann, wenn genügend Personal an Bord ist. Ein Panzer kann fahren, aber die Kanone nicht gefeuert werden, bis sie bemannt worden ist. Weiterhin beeinflussen bestimmte Einheiten wie Offiziere die Zielgenauigkeit und Moral der Truppen inner- und außerhalb von Fahrzeugen.
Kurz gesagt, die Entwickler haben sich wirklich Mühe gegeben, kein weiteres realitätsfremdes WK-II-Strategiespiel abzuliefern, sondern investierten Zeit in Fakten, Recherche und auch in realistische Einheiten- und Truppenparameter. Dies macht ohne Zweifel den Reiz von D-Day aus, es verschärft den Schwierigkeitsgrad nicht unerheblich. Da die künstliche Intelligenz der Soldaten sehr ausgereift ist, sind bekannte Frontal- und Sturmangriffe auf befestigte Stellungen zum Scheitern verurteilt. Der Wirkungsbereich der Waffen lässt deshalb oftmals nichts anderes zu, als die eigenen Truppen sich eingraben zu lassen und Verstärkung zu holen. Alle Fahrzeuge können gekapert und gegen den Feind genutzt werden. Auf Verstärkung aus der Luft kann der Spieler nur hoffen, wenn es im wahren Leben bei der Mission möglich war.
Fazit: Das PC-Spiel ”D-Day”, das im Handel um 40 Euro kostet, ist ein akribisch recherchiertes Echtzeitstrategiespiel mit vielen kleinen Details, welches sehr fordernd und lange motivierend ist. Das Waffenarchiv ist ein weiterer Pluspunkt. VISIER-Tip: Unbedingt antesten!
Systemvoraussetzungen:
Prozessor: mindestens 1 GHz Hauptspeicher: ab 256 MB Betriebssystem: Windows 98/Me/2000/XP mit DirectX 9.0b Grafikkarte: DirectX 9.0 kompatibel, mind. 64 MB Speicher Soundkarte: DirectX 9.0 kompatibel Weiterhin benötigt: CD-ROM-Laufwerk (mind. 4fache Geschwindigkeit), Netzwerkkarte (für Mehrspielermodus)
Erhältlich im gut sortierten Fachhandel.
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