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20. Dezember 2007

Michail T. Kalaschnikow im Sauerland

Bei GSG entsteht die erste zivile "Kalaschnikow", mit offizieller Lizenz und als sportliches Kleinkaliber-Gewehr.

Kalaschnikow-Besuch
Von links: Michael Swoboda, Dietmar Emde, Michail Kalaschnikow, Manfred Nienhaus
Michael Kalaschnikow, Konstrukteur der wohl bekanntesten Waffe der Welt, besuchte Mitte Dezember die neue Fertigungsstätte von German Sport Guns in Ense-Höingen bei Arnsberg im Sauerland (www.germansportguns.de). Der mittlerweile 88jährige Russe, der von Vertretern des französischen Softair-Konzerns Cybergun begleitet wurde und eine knapp zweitätige Anreise in Kauf nahm, schloß einen auf zehn Jahre datierten Lizenzvertrag mit den GSG-Chefs Manfred Nienhaus, Dietmar Emde und Michael Swoboda: GSG darf als einzige Waffenfirma künftig den Namen “Kalaschnikow” nutzen.

Das hatte natürlich einen besonderen Hintergrund: in Höingen wird in den nächsten Monaten die erste ausschließlich zivil nutzbare “Kalaschnikow” entstehen, ein Sport- und Freizeitgewehr im Kaliber .22 long rifle und in modernem Design (aber bislang ohne Modellbezeichnung). Die Sauerländer können auf diesem Gebiet schon Erfahrungen durch die KK-Pistole SIG-Sauer Mosquito und das Gewehr GSG-5 vorweisen, das Kalaschnikow auf dem hauseigenen Schießstand ausprobieren konnte. Daher wollte er sich auch vor der Vertragsunterzeichnung ein Bild von seinen neuen Geschäftspartnern machen: “Ich werde nie wieder mit einer Firma kooperieren, die auch Kriegswaffen herstellt”, betonte er kategorisch. Dirk Schönfeld, Verlags-Geschäftsführer von Vogt-Schild Deutschland, und VISIER-Redakteur Ulrich Eichstädt nutzten die Gelegenheit, um mit dem hohen Gast etwas zu fachsimpeln. Interessiert blätterte er durch das VISIER-Special 25, das anläßlich der damaligen Kalaschnikow-Ausstellung in Suhl 2002 erschienen war, kommentierte das eine oder andere seiner diversen Portraitfotos im Heft und signierte dann einige Ausgaben, die demnächst unter den Lesern verlost werden sollen. Der russische Ex-Generalmajor, der auch über 30 Jahre im russischen Parlament saß, überraschte die Sauerländer schon bei der Firmenbesichtigung durch zahlreiche Fachfragen und orderte nebenbei ein paar Ersatzteile aus dem GSG-Softairprogramm: “Diese Visierungsteile passen auch an meine eigene Waffe daheim.” Im Anschluß an die Werksbesichtigung (GSG beschäftigt mittlerweile 40 Mitarbeiter und produziert in zwei Schichten) ging es dann zum “Shopping” auf den Weihnachtsmarkt — allerdings bei deutlich höheren Temperaturen als in Kalaschnikows Heimat.    UE



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