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9. Oktober 2003 | Waffenverbote verhindern keine Gewalt |
Einer neue Studie des amerikanischen „Centers for Disease Control and Prevention“ zufolge gibt es keinen wissenschaftlichen oder statistischen Nachweis dafür, daß strengere Waffengesetze die Kriminalität senken.
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Waffen an sich bringen niemanden um, das tun nur Menschen. Das jahrelang und meist vergeblich vorgebrachte Argument der Besitzer von legalen Schußwaffen wurde nun durch eine wissenschaftliche Studie untermauert, deren Verfasser sicher nicht zur „Waffenlobby“ gerechnet werden können. Das Center for Disease Control and Prevention (CDC) in Atlanta/Georgia forscht im staatlichen Auftrag im US-Gesundheitswesen über Krankheiten und Unfälle und wie man sie verhindern könnte. Drei Jahre lang haben sich 14 Experten einer speziellen Arbeitsgruppe („Task Force“) mit 51 verschiedenen Studien rund um Schußwaffen, Kriminalität und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen auseinandergesetzt – am 3. Oktober schließlich mußten sie in ihrem vorläufigen Abschlußreport zugeben: Es gibt keinen Nachweis dafür, daß Waffengesetze Gewalt verhindern können. Geht man davon aus, daß Gesetzesbrecher ihre Waffen illegal benutzen, werden sie sich davon eben auch nicht durch Waffengesetze oder gar Verbote abhalten lassen. Sie werden die Waffen weiter einsetzen, selbst wenn der Rest der Bevölkerung entwaffnet würde.
Der CDC-Presseerklärung zufolge wurden mögliche Auswirkungen folgender Maßnahmen untersucht: Verbote bestimmter Waffen und Munitionsarten, Einschränkungen beim kauf (einschließlich Wartezeiten), Registrierung und Zulassung, Gesetze zum verdeckten Führen von Schußwaffen („concealed carry weapons“, CCW), Gesetze, die den Zugang von Kindern und Jugendlichen zu Schußwaffen daheim und in der Schule verhindern sollen sowie die Zusammenwirkung mehrerer dieser Einschränkungen.
Das wenig überraschende Resultat: Die Task Force fand keinen wissenschaftlich haltbaren Zusammenhang, daß irgendeine dieser Maßnahmen die Kriminalitätsrate signifikant senken könnte. Im Gegenteil: Obwohl die Zahl der verkauften Waffen in den USA seit 1993 pro Jahr (!) um etwa 4,5 Millionen Schußwaffen anstieg, sei die Zahl der Schußwaffen-Verletzungen (Straftaten wie Unfälle) zurückgegangen.
Daß dem CDC diese Aussage überhaupt nicht in den Kram paßt, sei laut der renommierten “Washington Times” daran abzulesen, daß das CDC trotz des dreijährigen Einsatzes noch weitere Studien notwendig fände – solange, so die Online-Ausgabe der WT, bis man endlich strengere Gesetzesmaßnahmen „belegen“ könnte: „Hier wird das Geld der Steuerzahler verbrannt. Im letzten Jahr hat das CDC 400.000 US-Dollar für Studien ausgegeben, geradezu nichts im Vergleich zu den 2,6 Millionen Dollar, die das CDC 1995 für Präsident Clintons Anti-Waffen-Kampagnen verbraucht hat. Wir brauchen keine teuren Regierungsstudien, die uns nur das sagen, was schon lange bekannt ist: Verbrechen mit legalen Waffen sind statistisch verschwindend gering, ebenso Unfälle durch legale Waffen. Waffenverbote machen unsere Gemeinden nicht sicherer. Sicherer fühlen können sich nur die Verbrecher, die rauben, vergewaltigen, Autos klauen und in unsere Häuser einbrechen. Das CDC sollte jetzt wieder dazu zurückkehren, wozu es eigentlich gedacht ist: die Bevölkerung vor Seuchen zu schützen.“ Ulrich Eichstädt
Die (englischen) Quellen :
Presseerklärung des Centers for Disease Control and Prevention (CDC)
Die komplette Studie der CDC-Task Force
Bericht und Kommentar der “Washington Times”
VISIER-Kommentar: Offenheit, auch wenn es weh tut
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