Visier - Das internationale Waffen-Magazin
Aktuelles
Newsletter
Was gibt's Neues?
Was stand wo? (Lesefix)
VISIER-Forum
www.CO2Air.de
VISIER-Special 63
Vorstellung und Inhalt
- Kurzwaffen
- Langwaffen
- Messer/Blankwaffen
- Munition
- Zubehör
- Optik
Ranglisten
Testkriterien
Lexikon
Wiederladen
Waffentechnik
Waffenrecht
Schießsport
Spiele im VISIER-Test
Wettbewerbe
Linie
Impressum Suchen  Suchen  

10. September 2003

Deja vu-Effekt

Ab Oktober sollen sie erhältlich sein, die beiden russischen CO2-Modelle Yunker 2 und Yunker 3 - und die Fans sitzen bereits in den Startlöchern.

Bild

YUNKER 2: Kaliber 4,5 mm BB,
Röhrenmagazin 18-schüssig,
Gewicht 3500 g,
einklappbare Schulterstütze
(Länge eingeklappt 70 cm),
Maße: 810 x 70 x 263 mm
Lauflänge 380 mm
Metallausführung (Umarex-Bild)

"Verdammt nah am Original", der russischen Kalaschnikow, sind die zwei LG-Modelle, die komplett aus Metall gefertigt wurden und laut Importeur Umarex jeweils 349 Euro (unverbindliche Preisempfehlung) kosten sollen. Kein Wunder: zum einen wurden im früher staatlichen Waffenwerk in Ischewsk auch seit der legendären AK 47 Kalaschnikows in Massenproduktion gefertigt. Zum anderen nahmen die Konstrukteure sich die modernen AK-Versionen als Vorbild. Die Yunker 3 (Bild ganz unten) entspricht in Maßen, Gewicht und Aussehen der AK-74, und die mit einem zehn Zentimeter kürzeren Lauf (380 statt 480 mm) und Klappschaft ausgestattete Yunker-2 (siehe oben) hat die Kurzversion AK-105 als Vater, detailgetreu bis zur trichterförmigen Mündungsbremse, die sie auf einen Blick von der 74 unterscheidet.

Viele Waffenfreunde konnten die ersten Ankündigungen des Yunker-Imports gar nicht glauben. Tatsächlich aber ist die Zulassung der 18schüssigen Halbautomaten durch das nun zuständige Bundeskriminalamt laut Importeur problemlos erfolgt.

Der Wermutstropfen liegt sicherlich in der äußerst schwachen Schießleistung der zwei Russen-Gewehre. Mit gerade mal 70 Meter pro Sekunde im Kaliber 4,5 mm (BB-Rundkugeln, knapp 1,6 Joule) aus einer CO2-Kapsel (versteckt im „Magazin-Einsatz“, zusammen mit den Kügelchen) liegen die zwei in Ischewsk gebauten Luftgewehre an der unteren Grenze, was ein Druckluft-Fan noch würdevoll ertragen kann. Das liegt daran, daß dieses Limit die Modelle im Ursprungsland nicht als Waffe, sondern als Spielzeug gelten läßt und daher keine Lizenzen und Einschränkungen beim Verkauf notwendig sind. Bleibt abzuwarten, ob sich die Modelle hierzulande nicht vom Importeur oder einzelnen Fachhändlern innerhalb des erlaubten Bereichs unterhalb 7,5 Joule energiemäßig verbessern lassen.


Auch eitel Sonnenschein bei den Softair-Kunden – vielleicht zu früh?

Sogar einige vollautomatische Modelle mit Softair-Antrieb und Plastikkügelchen sollen inzwischen vom BKA genehmigt worden sein, was wiederum auf das neue Waffengesetz zurückzuführen ist: Ein kleiner Exkurs: Der bisherige „Anscheinswaffen-Paragraph“ § 37 ist zwar entfallen, aber nun müssen sich die Besitzer und Interessenten der halbautomatischen Feuerwaffen mit dem neuen „heimlichen“ Anscheinsparagraphen auseinandersetzen. Der schließt in § 6 der Allgemeinen Waffenverordnung Halbautomaten im Kriegswaffen-Look vom sportlichen Schießen aus, wenn die Läufe unter 42 cm messen oder die Hülse keine 40 mm lang ist. Und das träfe sowohl auf die AK-74-Patrone 7,62 x 39 mm zu wie auf den Nachfolger 5,45 x 39 aus der AK 74.

Nun plötzlich zeigt sich bei genauem Studium weiterer Paragrafen, daß sich das generelle Verbot von vollautomatischen Waffen (Waffg Anlage 2, Abschnitt 1: Verbotene Waffen) nur auf solche Feuerwaffen bezieht, bei denen (nach WaffG Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1) zum Antrieb der Geschosse heiße Gase verwendet werden. Das gilt dann im Umkehrschluß (und in der BKA-Interpretation) also nicht für Druckluft- oder CO2-Waffen sowie Softair-Modelle, die andere Antriebstechniken benutzen. Und das werden die Importeure entsprechender Modelle auch weidlich ausnutzen. Eine Kalaschnikow in Zivilversion geht also im Originalkaliber nicht, eine Deko-Waffe für die Wand ist erlaubt, mit einer Druckluftversion jedoch kann man sogar daheim, im (umfriedeten Garten) oder auf dem Schießstand antreten. Ob Ministerialrat a.D. Jürgen E. Brenneke eine solche Entwicklung bei den Entwürfen zum Waffengesetz berücksichtigt hat?

UPDATE: Als dunkle Wolke droht seit heute (Mittwoch) eine angekündigte „Neuinterpretation“ der entsprechenden Paragraphen durch das Innenministerium, die über das BKA bis zum Wochenende als „Leseanleitung“ veröffentlicht werden soll. Danach seien Vollautomaten gleich welcher Funktionsweise doch generell verboten (die Yunker-Halbautomaten sind davon also nicht betroffen!) - es wäre auch zu schön gewesen, wenn nicht auch das neue Waffengesetz wieder viel Möglichkeiten zum Austoben bieten sollte: sei es für überängstliche Ministerialbeamte auf der einen oder waffenrechts-kundige Rechtsanwälte auf der anderen Seite. Nur besteht bei solchen Hinhaltemethoden oft die Gefahr, daß der Kunde, einzelne Händler und manchmal auch eine gesamte Branche zwischen den Mühlsteinen zerrieben werden.

-ue-

Bild
YUNKER 3: Kaliber 4,5 mm BB, Röhrenmagazin 18-schüssig, Gewicht 3600 g, Maße: 943 х 70 х 263 mm, Lauflänge 480 mm, Metallausführung (Umarex-Bild)


VISIER XXL 2/2012

VISIER XXL 2/2012

Alle Themen der Februar-Ausgabe auf einen Blick

SWM 2/2012

In Deutschland nur in der XXL-Ausgabe von VISIER erhältlich!



> VISIER abonnieren
> zum VISIER-SHOP
> Adressen
(Firmen/Verbände)

> Termine
> Partnermagazine
> Anzeigen durchsuchen
> Anzeigen aufgeben
> Media Daten /AGB
> Advertising Rates